Die Gründung des VBBFL

Eigentlich begann die Vereinsgründung des VBBFL im Herbst 1982. Damals hatte der Club für bretonische Vorstehhunde im Raume Forchheim eine HZP. Ich, Max Weindler, war damals Prüfungsleiter und prüfte die anwesenden Bretonen. Unter den Hundeführern war auch ein Führer aus Butzbach in Hessen. Mit diesem Hundeführer waren dann auch noch mehrere Interessenten anwesend, die sich den Bretonen ansehen wollten.

Nun muss ich noch dazu sagen, dass es auf dieser HZP so war, wie nahezu auf jeder Prüfung, es gab einige gute und einige schlechte Hunde. Scheinbar war das Interesse an den Franzosen und hier speziell an den Bretonen geweckt. Nach der Prüfung traf man sich in der Gastwirtschaft zur Preisverteilung. Bei dem anschließenden Gespräch fragte man mich, ob es in Frankreich außer dem Bretonen auch noch andere Rassen geben würde. Nachdem ich diese Frage bejaht hatte, sagte dieser ältere Jäger und dies wörtlich: „ Es wäre eine schöne Aufgabe diese Jagdhunderassen in Deutschland bekannt zu machen." Und dieser Satz ging mir seit dieser Zeit nicht mehr aus dem Sinn.

„Es wäre eine schöne Aufgabe diese Jagdhunderassen in Deutschland bekannt zu machen."

Ich verstand es meine Freunde für diesen Plan zu begeistern und so hatten wir bereits nach eineinviertel Jahr so viele Männer beisammen, dass wir zur Vereinsgründung schreiten konnten. Damals lebte ich noch am östlichen Stadtrand von München und so wählten wir als Gründungslokal die urigen Augustinerbräustuben in der Münchner Altstadt. Die Gründung ging ohne Probleme über die Runden.

Nun galt es Interessenten für unsere Rassen zu finden. Ich nahm Kontakt zu den französischen Vereinen auf, frischte meine Französischkenntnisse mittels Volkshochschule auf und dann kam der Verein langsam in Fahrt. 10 DM nahmen wir damals als Mitgliedsbeitrag. Die Anfangskosten waren enorm. Aufnahmegebühren beim VDH und JGHV, Eintragungsgebühren beim Registergericht usw. Damals deckten die Einnahmen bei weitem nicht die Ausgaben. Um nicht unterwegs mit dem Verein auf der Strecke zu bleiben, half ich dem Verein finanziell in den ersten Jahren aus, mit zunehmender Mitgliederzahl stiegen auch die Einnahmen und so waren nach drei Jahren die Vorschüsse wieder getilgt.

Beim VDH waren wir bereits am 1. 1. 85 Mitglieder. Beim JGHV dauerte es wesentlich länger. Das damalige sehr schlechte Verhältnis zwischen dem 1. Vorsitzenden des Bretonenclubs und mir, spielte sich durch verschiedene Einwendungen des Bretonenclubs beim JGHV wieder. Der Bretonenclub hatte offenbar damals beim JGHV bessere Karten als wir.

Unter anderem beantragte der Bretonenclub beim JGHV, dass wir die Bezeichung „Verein für französische Vorstehhunde" nur dann führen dürfen, wenn wir den Zusatz „ohne Bretonen" dem Vereinsnamen hinzuführen. Das ganze endete dann in dem Beschluss des JGHV, dass alle Namen der betreuten Rassen im Vereinsnamen verwendet werden müssen, was wir dann auch so getan haben - der Vereinsname war dann 3 Zeilen lang.

Dem JGHV war dann der Name auch zu lang und man wünschte eine geeignete Abkürzung und so entstand der Name VBBFL, mit dem heute jeder leben kann und unter dem man unsere französischen Vorstehhunde auch überall findet.

Es waren also doch schwere Geburtswehen, die uns begleiteten. So wurden wir von 1985 bis 1990 nur vorläufiges Mitglied im JGHV, da ich übersehen hatte, rechtzeitig einen Antrag auf endgültige Mitgliedschaft zu stellen, verlängerte man uns die vorläufige Mitgliedschaft um 3 Jahre bis 1992.

Am Anfang standen unsere Rassen unter Beobachtung des JGHV. Diese Beobachtung ging so vor sich, dass ein Richter beauftragt wurde, unsere HZP und VGP zu beobachten.

Eines Tages hatten wir einen Beobachter dabei, der mehr seinen Hund beobachtete, als uns. Der Mann stammte aus München und benützte die Gelegenheit in diesem niederbayerischen Prüfungsrevier in der Nähe von Dingolfing, seinen Hund mal ordentlich zum Vorstehen zu bringen. Wir waren mit unserem Hund gut und gerne fast 1 km von dem Beobachter entfernt, als dieser Kontakt mit dem zuständigen Jagdpächter bekam. Der Jagdpächter missbilligte die Handlungsweise des Beobachters und zeigte den Mann bei der Polizei an. Es gab ein großes Kuddelmuddel, bis diese Angelegenheit aus der Welt geschafft war.

Unsere ersten Prüfungen veranstalteten wir im Raume Niederbayern. Es gab 1988 sogar einen französischen Besuch des Clubs Epagneul Picard, Epagneul Bleu Picard und Epagneul Pont Audemer durch die Herren Caboche und Guby.